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Veröffentlicht auf von Pink FM

Timm geht auf Sendung
Fernsehen für Jungs, die Jungs lieben: Am 1. November geht Deutschlands erster Sender für Schwule auf Sendung. Aber „Timm“ ist offen für alle Zuschauer.

Die „Timm“-Moderatoren Armin Ceric (l.) und Bjoern Wolfram
"Es gibt nur wenige Länder, die schwulenfreundlich sind“, sagte Chefredakteur Jochen Hick am Donnerstag in Hamburg. Der Sender, den die Macher auf den „frechen Männernamen“ Timm getauft haben, soll ein Vollprogramm bieten. Der neue Kanal wird aktuell aus Politik, Gesellschaft und Kultur berichten. Auch Serien, Filmnächte sowie Talk- und Spielshows stehen auf dem Programm. Ergänzt wird das Angebot durch Service- und Insidertipps rund um die Themen Mann, Reisen, Lifestyle und Fashion.

Bei Timm soll es keine Ausgrenzungen geben: „Wir schließen niemanden aus. Wir konzentrieren uns eben nur auf schwule Männer.“ Dennoch sei auch für andere Zuschauer etwas dabei. „Es gibt genauso viele heterosexuelle Männer, die sich für Lifestyle interessieren und sich gerne mal im Kosmetikstudio verwöhnen lassen“, sagte der Manager der Vertriebsfirma Deutsche Fernsehwerke GmbH (DFW), Holger Schöpper.

Offen für jeden Zuschauer

Die Programmverantwortlichen wollen auch aus dem Umfeld der Kernzielgruppe Zuschauer gewinnen, darunter die beste Freundin, Eltern schwuler Kinder, der heterosexuelle Freundeskreis sowie offene und neugierige Männer und Frauen. Freiheit, Toleranz und die Gleichstellung jedes Mannes seien die zentralen Werte des Senders.

Nach Schätzungen leben mehr als drei Millionen Schwule in Deutschland. „Jeder neunte Mann ist schwul“, sagte Timm-Programmdirektor Frank Lukas. Lukas, bekannt als Moderator des RTL-Schwulenmagazins „anders Trend“, möchte Homosexualität künftig nicht mehr kommentieren müssen. „Mit Timm wollen wir eher versuchen, die Lebenswelten eines Homosexuellen so real wie möglich darzustellen.“

In anderen Ländern wie den USA, Kanada und Frankreich gibt es bereits Kanäle für Homosexuelle. „Die positiven Erfahrungen der ausländischen Sender haben gezeigt, dass das Konzept funktioniert“, sagte Chefredakteur Hick. Ursprünglich sollte Timm bereits im Herbst 2007 auf Sendung gehen. Ein Jahr später können sich nun Zuschauer von November an sechs Stunden täglich über alles informieren, „was das schwule Herz begehrt“.

Timm kann im digitalen Kabelnetz und über Astra-Digital unverschlüsselt empfangen werden. Damit können laut Timm technisch 95 Prozent aller digitalen Haushalte (etwa 15 Millionen) den Sender empfangen. Timm sendet wochentags von 18 bis 0 Uhr, am Wochenende verlängert sich die Sendezeit.
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