BURN AFTER READING

Schon alleine, wenn man das Cast durchliest, klingt es, wie sich das Who is Who von Hollywood für diesen Film zusammengetan hat: Vor der Kamera stehen unter anderem Brad Pitt, George Clooney, Tilda Swinton, Frances McDormand und John Malkovich, und hinter der Kamera als Regisseur und als Drehbuchautoren haben sich die Coen Brothers verwirklicht. Entstanden ist so eine abgedrehte und irrwitzige Spionagekomödie mit Oscarqualitäten...

Eine ironische Gesellschaftssatire in Kombination mit einer schrägen Spionagefarce, und da kommt nun der deutsche Titel des Films zum Spiel, bei der sich jeder nach und nach die Finger verbrennt. Schon alleine die ausgefeilten und schrägen Charakteren garantieren für schwarzen Humor pur: Da wäre Brad Pitt, ein nicht allzu intelligenter Fitnesshunk mitsamt iPod und einer leichten Abhängigkeit von Energy Drinks, er arbeitet als Fitnesstrainer mit Frances McDormand zusammen, welche ihrerseits auf der Suche nach ihrem Traumprinzen ist. Richard Jenkins ist über beide Ohren in sie verknallt, und ganz nebenbei noch ihr Boss im Fitnesscenter. Eine knallhart berechnende Tilda Swinton spielt die Ehefrau von John Malkovich, der seinerseits einen Ex-CIA-Agenten mit massiven Alkoholproblem mimt. Und zu guter Letzt kommt noch George Clooney hinzu, der einen Regierungsbeamten spielt, der zwar mit Swinton eine Affäre hat, aber im Internet auch noch eine andere Frau an der Angel hat... Also bunter und schräger könnten die Charaktere dieses Films wohl kaum daherkommen!

Doch nun zur Story, welche all diese doch sehr unterschiedlichen Charaktere unter einen Hut zu bringen vermag: Die beiden Fitnessinstruktoren Linda Litzke (McDormand) und Chad Feldheimer (Pitt) finden in der Umkleidekabine eine CD mit brisantem Inhalt - nämlich den Memoiren des geschassten CIA-Agenten Osborne (Malkovich). Die Beiden wittern natürlich sofort das grosse Geld und versuchen den Ex-Agenten zu erpressen. Als dieser Versuch bei der Geldübergabe kläglich scheitert, versuchen Linda und Chad die Daten den Russen zu verkaufen, doch das bekommt wiederum die CIA mit... Ärger und Chaos sind damit bereits vorgeplant!


                                                         Trailer


Dass der Film dennoch nicht ganz oben in der Filmographie der Coens rangiert und ein Stück hinter Meisterwerken wie Fargo, The Big Lebowski oder auch „Barton Fink” zurücksteht, liegt vor allem daran, dass sie in ihrem mittlerweile 13. Langfilm etwas zu sehr nach ihrem üblichen Schema vorgehen. Alle Zutaten ihres Erfolgsrezepts sind erneut vorhanden, doch es lässt sich der Eindruck nicht abschütteln, dass dem Film eine gewisse Routine anhaftet. Die Coens sind in der Tat zwei begnadete Filmemacher und „Burn After Reading“ ist ein weiterer bösartig-witziger Trip in ihre verquere Welt. Doch sie müssen auch aufpassen, dass sie sich – bei aller Kreativität – nicht selbst ständig wiederholen. Dass sie auch überraschen können, haben sie ja mit ihrem vorherigen, vierfach Oscar-gekrönten Werk „No Country for Old Men“ gezeigt. „Burn After Reading“ kann da nicht ganz mithalten.

Fazit: Joel und Ethan Coen zeigen auch mit „Burn After Reading“, dass sie zu den begabtesten Filmemachern ihrer Generation gehören. Auch wenn ihre sarkastische Agentenfarce nicht an ihre allerbesten Filme heranreicht, ist ihnen doch wieder ein starker Film gelungen, in dem sich der illustre Cast mal so richtig austoben kann.


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