Timm auch in der Schweiz
Schweizer Schwule haben dank Cablecom seit dem 1. November ihren eigenen Fernsehsender: Timm. Nackte Tatsachen gibts dort allerdings nicht zu sehen. Bei der christlichen EVP stösst der Entscheid
trotzdem auf Unverständnis

Die Nachfrage nach einem solchen Sender ist überdurchschnittlich gross gewesen», erklärt Cablecom-Sprecher Hugo Wyler den Entscheid, den Sender ins digitale Grundangebot aufzunehmen. Wer eine
Set-Top-Box besitzt, kann sich auf dem Sender mehrheitlich fröhliche Unterhaltung mit schwuler Note anschauen. Das ist der grösste Teil der 321 000 Haushalte, die digitales Fernsehen
über Cablecom beziehen.
Auf Timm, dem Sender für Gays and Friends, werden US-Serien wie «Queer as Folk», Spielfilme, Talksendungen und Dokus, etwa zum Thema Homosexualität im Alter, ausgestrahlt. Erotische Sendungen hingegen gibt es keine. Bei der Schwulenorganisation Pink Cross ist man vom Entscheid der Cablecom begeistert. Moël Volken, Geschäftsleiter: «Ein Sender nur für Schwule bedeutet, dass wir auch als Käufersegment ernst genommen werden. Platziert eine Firma Werbung auf dem Sender, trägt sie ihren Teil zur Integration der Schwulen in die Gesellschaft bei.»
Weniger begeistert ist EVP-Präsident Heiner Studer: «Ich finde es schade, dass der Sender im digitalen Grundangebot ist. Cablecom hätte anderen Sendern Priorität geben sollen.»