| | | Nationalflagge des Vatikan | Volker Beck, Erster Parlamentarischer Geschäftsführer und menschenrechtspolitischer Sprecher der Bundestagsfraktion von Bündnis90/Die Grünen erklärt: Alle Menschen, auch die Homosexuellen, sind frei und gleich an Würde und Rechten geboren. Deshalb müssen die Menschenrechte aller Menschen, unabhängig von der sexuellen Identität und dem Geschlecht der Person, gewährt werden. Die Kritik des Vatikan-Vertreters bei der UNO, Erzbischof Migliore, an Frankreichs Initiative zur weltweiten Aufhebung der Strafbarkeit der Homosexualität ist mehr als ärgerlich. Ausgerechnet in der Woche, in der wir den 60. Jahrestag der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte begehen, werden Menschenrechte von Homosexuellen vom Heiligen Stuhl in Frage gestellt. Man kann sich nicht gegen die Diskriminierung von Homosexuellen wenden und sich gleichzeitig gegen die von allen EU-Staaten unterstützte Initiative zur weltweiten Aufhebung der Strafbarkeit stellen. Ein bisschen Diskriminierung geht nicht. Wir erinnern daran, dass der Katechismus der Katholischen Kirche die Todesstrafe und alle Strafmaßnahmen oder Diskriminierung gegenüber Homosexuellen ausschließt. Danach wäre es nur konsequent, wenn der Vatikan die französische Initiative unterstützen würde. Der Vatikan muss endlich sein Verhältnis zu den Menschenrechten von Homosexuellen klären. Homosexualität ist in 75 Staaten verboten, in neun Staaten steht darauf die Todesstrafe. Die Einlassungen von Migliore passen auf fatale Weise zu Erklärungen des Nuntius in Moskau, der das Verwehren des Versammlungsrechtes für Homosexuelle in Russland begrüßt hat. |