Sachen gibts...

Veröffentlicht auf von Pink FM

Die Homophobie in Russland nimmt ein immer unverständlicheres Ausmass an, zudem scheint der Staat die Schraube kurz vor dem Eurovision Song Contest nochmals etwas anzuziehen.


RjasanSo zu sagen der Showdown im Mai, der Eurovision Song Contest, steht noch bevor, aber bereits jetzt scheinen die Behörden in Russland die Schraube gegen Schwule und Lesben weiter anzuziehen. In der russischen Stadt Rjasan, südöstlich von der Hauptstadt Moskau gelegen, wurden nun ein Schwuler und eine Lesbe vor Gericht zu einer Geldstrafe verurteilt, da sie angeblich Werbung für Homosexualität gemacht haben. Die gesetzliche Grundlage für das Urteil liefert ein eigenartiges Gesetz: Die Region um die Stadt kennt nämlich ein Gesetz, welches es verbietet mit Jugendlichen das Thema der Homosexualität überhaupt anzuschneiden - weder darüber zu diskutieren, noch die Minderjährigen auf das Thema aufmerksam zu machen ist erlaubt, und so wird es natürlich auch an den Schulen mit keinem Wort erwähnt.

Irina Fet, Daniil Goodwin and Nikolai BaevDie beiden Homosexuellen, Nikolai Baev und Irina Fet, sind in der Nähe einer Schule und einer Bibliothek verhaftet worden, weil sie einen Banner bei sich trugen auf dem Stand: "Homosexualität ist normal" und "Ich bin stolz auf meine Homosexualität". Mit ihrer Aktion wollten die Beiden, die sich auch für die "Moskow Pride" engagieren, aufzeigen, dass das Gesetz gegen die russische Verfassung verstosse, welche die freie Meinungsäusserung garantieren sollte. Das Gericht hat Baev und Fet nun zu je 1500 Rubel, das sind rund 51 Schweizer Franken, verurteilt. Die Beiden haben aber bereits bekannt gegeben, dass sie das Urteil anfechten und vor das Verfassungsgericht in Moskau weiterziehen werden.

Russland und die russischen Behörden sind derzeit sehr nervös in Bezug auf das Thema Homosexualität, da im Mai das Finale des Eurovision Song Contest in Moskau stattfinden wird. So befürchten sie Paraden von Schwulen und Lesben in der Hauptstadt: Normalerweise werden solche Proteste gnadenlos verhindert, doch da rund um den 16. Mai auch viele internationale Journalisten wegen dem Finale vor Ort sein werden, wird es sich weisen, wie die Polizei gegen Demonstranten vorgehen wird. So oder so: Die Schwulen und Lesben werden das öffentliche Interesse am Song Contest zu nutzen wissen um auf ihre Anliegen in Bezug auf Homophobie aufmerksam zu machen.

(werg)
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